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MrSpinnert von MrSpinnert, vor 96 Jahren
Der Sträfling aus Stambul (1929)

„Der Sträfling aus Stambul“ ist ein Stummfilm aus dem Jahr 1929 von Gustav Ucicky. Das Drehbuch von Karl Hartl, Franz Schulz und Robert Liebmann basiert auf Motiven des Romans „Das Fräulein und der Levantiner“ von Fedor von Zobeltitz aus dem Jahr 1925.

Der Levantiner Thomas Zezi musste wegen Schmuggels für anderthalb Jahre ins Gefängnis. Nun wird er wieder in die Freiheit entlassen und kehrt in sein Heim zurück. Doch dort muss er feststellen, dass sich sein alter Kumpan Manopulos in seiner Wohnung breitgemacht hat. Zu allem Überfluss ist er während Zezis Knastaufenthalt auch noch der Geliebte von Zezis Freundin Jola, die sich mittlerweile aus dem Staub gemacht hat, geworden. Außer sich vor Zorn wirft der Heimkehrer den schmierigen Manopulos kurzerhand aus seinen vier Wänden. Zezi ist sich mehr denn je im klaren, dass sich etwas in seinem Leben ändern muss, dass er sich von seinen liebgewordenen Gewohnheiten verabschieden muss. Als erste Konsequenz beschließt der bullige Ex-Knacki, nun endlich ein ehrlicher Mensch zu werden und einem anständigen Lebenswandel nachzugehen. Wenig später lernt Zezi die sittsame Hilde Wollwarth kennen, eine junge, abgemagerte Staubsaugerverkäuferin, die sich jeden Pfennig vom Munde abspart. Für ihn bedeutet sie genau diejenige Chance, auf die er gewartet hat, um sein Leben von Grund auf zu ändern.

Zezi organisiert mit Hilfe eines Winkeladvokaten gefälschte Dokumente, um sich auf diesem Weg eine neue Identität zu verschaffen und auf dem Papier als unverheiratet zu gelten. Nun kann er Hilde, in die er sich schlagartig verliebt hat, heiraten. Zezi erzählt ihr aber nichts von seiner dunklen Vergangenheit und seiner ersten Ehe mit der verschollenen Noch-Gattin Jola, einer Frau mit höchst zweifelhaftem Ruf, von der er glaubt, dass sie vielleicht gar nicht mehr lebt. Doch der Winkeladvokat und Manopulos wissen, dass Jola keinesfalls das Diesseits verlassen hat, und man setzt anonym Erpresserbriefe auf, um den durch seine Schiebertätigkeiten zum Krösus gewordenen Zezi finanziell ordentlich zu schröpfen. Der versucht sich nun durch eine vorgezogene Blitzscheidung von Jola zu lösen. Doch die Gegenseite sorgt dafür, dass Zezi sein Doppelleben nicht lange vor Hilde verbergen kann und steckt ihr alle hässlichen Details. So erfährt Hilde von dem Vorleben ihres Gatten, dessen Gefängnisvita und der Ex Jola. Zutiefst geschockt nimmt sie sich das Leben, indem sie in ihrer Küche den Gashahn aufdreht, um ihren Mann vor den juristischen Konsequenzen der begangenen Bigamie und aller anderen Unbilden zu schützen.

Darsteller:

  • Heinrich George – Thomas Zezi
  • Willi Forst – Manopulos
  • Betty Amann – Hilde Wollwarth
  • Paul Hörbiger – Vlastos
  • Trude Hesterberg – Jola Zezi
  • Lotte Lorring – Dolly
  • Frida Richard – Zimmerwirtin
  • Paul Rehkopf – Winkeladvokat
  • Erich Möller – Polizist
  • Leo Peukert
  • Arthur Wellin

Dieser Text basiert auf dem Artikel Der Sträfling aus Stambul aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung).
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